12 von 12: Juli 2023

Heute folge ich zum ersten Mal der alten Tradition in der Blogosphäre, den 12. des Monats in zwölf Bildern zu dokumentieren. Komm, begleite mich durch diesen heißen Sommertag!

Kein Tag ohne Morgenseiten!
9.30 Uhr: Ich warte, dass die WordPress-Sprechstunde mit Stefanie Pingel auf ZOOM losgeht – und mache mein allererstes Selfie überhaupt!
Gehen Künstliche Intelligenz und Kreativität zusammen? Wir werden als Autoren doch jetzt nicht etwa arbeitslos! Eine Zukunft ohne KI ist nicht mehr denkbar, und vielleicht gibt es ja eine positive Überraschung? Ich mache es mir auf dem Balkon gemütlich und fange neugierig an, mein kürzlich erworbenes Buch von Sandra Uschtrin zu lesen.
Nachdem ich noch ein bisschen an meinem neuesten Artikel geschrieben habe, schmerzen die Muskeln, also gehe ich auf meine Matte.
Bei der Wärme draußen mag ich weder kochen noch viel essen, deshalb gibt es heute zum Mittag Obst.
Zeit, mal wieder ein bisschen Recherche zu betreiben. Vor lauter Bloggen ist mein Projekt „Familienroman schreiben“ in den Hintergrund geraten. Weil Dokumente oft einen Schreibanstoß geben, wühle ich in alten Familienschätzen. Sütterlin kann ich ja lesen, aber hier wird es schwierig. Die Sütterlinschrift wurde erst 1911 eingeführt, dieser Brief ist von 1906. Ich vermute, dass er in Kurrentschrift geschrieben ist. Bis auf wenige Wörter kann ich nichts entziffern; meine Hoffnung, auf ein Familiengeheimnis zu stoßen, schwindet. Warum wurde dieser Brief wohl aufbewahrt?
Heute fangen in Berlin die Sommerferien an, Grund genug, das ein bisschen zu feiern. Wir gehen ins Café!
Ich labe mich an Aprikosen-Lavendel-Kuchen. Nach dem Schock von gestern Abend, wo ich feststellen musste, dass mein Kreditkartenkonto gehackt wurde, hab ich mir den doppelt verdient!
Anschließend ein ausgiebiger Spaziergang durch die Villenkolonie Lichterfelde. Wir kommen an Sommerflieder vorbei, der es auf mein Beitragsbild geschafft hat, und auf dem Augustaplatz hält sich wacker eine letzte Rose.
Im ersten Moment bekommt man schon einen Schreck, wenn man an diesem Haus vorbeikommt!
Schließlich geht es noch beim Friedhof vorbei; die Pflanzen auf dem Grab sind knochentrocken. Meine Grundschulfreundin musste ihre Mutter stets auf den Friedhof begleiten, weil diese sich da alleine nicht hintraute. Ich hingegen mochte unseren Friedhof schon als Kind gern. Das ist meine Lieblingsbank dort. Ein stiller Platz in der Abendsonne, der zu Selbstreflexion einlädt.
Zum Abschluss des Tages WordPress-Sprechstunde Nr. 2 und Coblogging mit Stefanie Seitz. (Natürlich habe ich die Einwilligung aller, ein Foto zu machen.) Was wären wir Kursteilnehmer ohne ihre Tipps und Tricks?
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Kategorisiert in Rückblicke

10 Kommentare

  1. Was für ein lustiges Abschlussbild, liebe Susanne 🙂
    Danke für den Buchtipp – auch wenn ich nicht vorhabe, einen Roman zu schreiben, habe ich lange Zeit die Federwelt gelesen. So ist ein 12-von-12 doch mal wieder sehr wertvoll, denn ich habe von diesem Experiment noch nichts mitbekommen. Liebe Grüße Stefanie

    1. Hallo Stefanie, wie schön, dass dich meine Lektüre neugierig gemacht hat. Die Federwelt lese ich auch gern. Wenn’s kein Roman wird, dann vielleicht ein Sachbuch? Was das Foto angeht, hätte ich lieber eins mit allen zusammen drauf genommen, aber von dir war das hier einfach am schönsten.

    1. Danke, Nicole! Ich hab schon viele Stunden mit dem Entziffern diverser Briefe zugebracht, aber dieser ist wirklich eine harte Nuss. Ich weiß nicht mal genau, wer der Absender ist. Grüße aus Berlin

  2. Wow Susanne- schöner Artikel uns geheimnisvoll der unlesbare Brief..
    Ich kenne diese Sprünge der Selbstüberwindung wie das erste Selfie sehr gut. Seltsames Gefühl und dann doch befreiend diese Sprünge ins Unbekannte. Gratuliere! Alles Liebe Marianne

    1. Ich danke dir, liebe Marianne. Schön, dass mein erster 12 von 12 dir gefallen hat. Wenn der Schreiber des Briefes 1906 geahnt hätte, dass dieser mal ins Internet kommt…Ja, die Komfortzone zu verlassen verunsichert erstmal, aber dann fühlt es sich großartig an. Gilt auch für bedeutendere Dinge. Schönen Gruß aus Berlin

  3. Oh nein, Kreditkarte gehackt! Was man so alles im 12 von 12 erfährt! Dein Artikel liest sich ganz wunderbar, und ich fühle mich bestens unterhalten! So viele schöne Ereignisse an nur einem Tag. Und jetzt will ich wissen, wo es Aprikosen-Lavendel-Kuchen gibt!

    Liebe Grüße,
    Silke

    1. Danke für dein Lob, liebe Silke! Vielleicht sollte ich Bildergeschichten statt Familienromanen schreiben? Freut mich, dass du meinen Artikel unterhaltsam fandest. Und solltest du mal nach Berlin kommen, kannst du den Kuchen im Café Fuchs Curtis in der Curtiusstraße in Lichterfelde-West essen. Vielleicht können wir das ja sogar zusammen machen. Liebe Grüße zurück

  4. Liebe Susanne,

    das mit dem Brief ist ja spannend! Ich kannte die Unterscheidung zwischen Sütterlin und Kurrentschrift so gar nicht bzw hätte das im Brief für Sütterlin gehalten. Im Grunde ist es das ja wohl auch – eine ‚zügigere‘, erwachsene Variante davon, oder?

    Jedenfalls liebe ich es auch, alte Dokumente zu entziffern! Leider besitze ich keine solchen Familienschätze, muss dringend nochmal die verbliebenen Onkels und Tanten abgrasen!

    Herzliche Grüße
    Carolin

  5. Liebe Carolin,
    neu erfunden haben sie das Schrift-Rad 1911 wohl nicht, das stimmt, und auf den ersten Blick sieht es wie Sütterlin aus, aber die Unterschiede sind scheinbar gravierend genug, dass ich es bis auf ein paar Wörter nicht rauskriege.
    Solange es noch ältere Verwandte gibt, musst Du unbedingt auf Forschungsreise gehen! Dokumente sind das eine, die Geschichten und Anekdoten, die noch überliefert werden, das andere. Aufschreiben!
    Liebe Grüße aus Berlin

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